1945 bis 2004



Am 26. März 1945 überquerten die amerikanischen Truppen bei Sandhofen den Rhein. Die Einnahme von Sandhofen und des Fliegerhorstes dauerte 2 Tage und war durch den Widerstand der Bevölkerung, hauptsächlich der HJ und des Volkssturmes, sehr blutig. Erst in letzter Minute verlies die Flakgroßbatterie 1+5/636 im Gewann Krähenflügel (heute die Felder neben dem Real Einkaufsmarkt) ihre Stellungen und zogen sich in den Käfertaler Wald zurück (ausführliches im Buch).

Die Amerikaner nahmen den Fliegerhorst in Beschlag, nannten ihn fortan Y-79, welches aus dem Kennbuchstaben Y für den alliierten Fortmarsch und der laufende Zahl 79 für die 79 Installation stand. Man baute eine gewaltige Zeltstadt auf und richtet etliche Gebäude wieder her. In nur 4 Tagen wurde das Flugfeld wieder flugtauglich gemacht und die erste fliegende Einheit, die 358th Tactical Fighter Group, mit Mustangs und P-51 und P-38 hierher verlegte. Der Spitznahme der Einheit war 'Orange Tails', weil das Seitenleitwerk orange angemalt war. Die Bevölkerung nannte sie liebevoll Rotschwänzchen. Der erste amerikanische Pilot, der hier für seine Einheit die Vorhut bildete, war Baron Leo D. Volkmer, ein deutschstämmiger Amerikaner! Er hat mir auch einen detaillierten Bericht über die Zeiten hier geliefert. Die Zeltstadt wurde nun immer größer und entwickelte sich zu einem Durchgangslager für Material und Personal nach Deutschland. Alles was nach Süddeutschland kam wurde von hier aus verteilt. Schon damals erkannte man, dass der Horst an eine perfekte Infrastruktur besitzt, Schiene, Wasser, Luft und Autobahn! 1951 begann der große Umbruch. Es wurde gebaut was das Zeug hielt. Alle alten Gebäude wurden wieder hergerichtet, der Eingang umgebaut und direkt neben der Autobahn wurden 40 neue Unterkünfte errichtet! Warum? Die USA hatten beschlossen, dass Y-79 zu einem großen Stützpunkt für Panzer- und Transporteinheiten ausgebaut wird. Das Flugfeld wurde abgegrenzt. Am 11.5 1951 wurde dann aus Y-79 die heutige Coleman Installation. Sie beinhaltet die Coleman Barracks und das Flugfeld Coleman Army Airfield (ETOR). Lt Wilson D. Coleman, nachdem diese Installation benannt wurde, hatte Tapferkeit vor dem Feinde bewiesen und bekam posthum ein Denkmal mit der Namensgebung gesetzt. Am 23.2.1952 zog dann die 8th Infanterie mit hunderten von Panzern und einer Stärke von 3500 Mann hier ein!!

Eine Tradition die sich nun auch in dem amerikanischen Fliegerhorst fortsetzte ist der Bestand einer Flugzeugwerft. Dazu renovierte man die alten Hangars und richtete sie modern ein. Daraus entwickelte sich, im laufe der Zeit , die größte US Hubschrauberwerft in Europa. Dafür wurde ca. 1982 eine riesige Werfthalle errichtet. Die betreute Einheit ist das 502nd Aviation Regiment. Zu Beginn der 80er Jahren hatte Coleman mehr Flugbewegungen als irgendein anderes Flugfeld der US Armee in Europa! In den späten 80er wurde es dann ruhiger, die Infanterie verließ Coleman und Transporteinheiten der 37th Transportation zogen ein. Nach dem Fall der Mauer und Wiedervereinigung war ab 1996 keine fliegende Einheit und keine Flugsicherung für 6 Jahre vorhanden. Seit dem 23.2.2002 ist Coleman wieder aktiv und nun besser als zuvor. Hangars wurden renoviert, das Vorfeld wurde stark vergrößert ein neuer Tower (der größte und modernste der US Armee) wurde gebaut. Coleman Radar (Anflug und Abflugkontrolle für Coleman und die Zivilflugplätze Mannheim Neuostheim, Speyer und Worms), zog ein, davon aber mehr auf den Seiten ”ETOR ATC TODAY.” Für die Zukunft erhoffen wir uns eine Co-Operation und Ausbau des Horstes zu einem zivil/ militärischen Regionalflugplatz, denn das ist die Einzige wahre Alternative in der Region!